Lisa Berger

Glossar

Dolmetschen

Die Tätigkeitsbereiche eines Dolmetschers sind sehr vielfältig – sie inkludieren z.B. das bekannte Simultandolmetschen, eine Technik die häufig bei den Sitzungen internationaler Organisationen zum Einsatz kommt (aber z.B. auch bei „Wetten, dass?!?“) oder auch die live-Dolmetschung einer Politikerrede im Fernsehen. Für diese Tätigkeit sind in erster Linie Flexibilität und Schnelligkeit von Bedeutung – gleichzeitig ist des Dolmetschers höchste Priorität natürlich größtmögliche Genauigkeit. Technisches Equipment wie ein Dolmetschkabine oder ein „Flüsterkoffer“ (Ausrüstung für das Dolmetschen mit Headsets und Mikrofon) sind für Simultandolmetscheinsätze unerlässlich. Beim sogenannten Konsekutivdolmetschen macht sich der Dolmetscher Notizen und prästentiert die Dolmetschung erst, nachdem der Redner seinen Vortrag (bzw. einen maximal 20-30 minütigen Abschnitt) beendet hat.

Hier zu den „offiziellen“ Definitionen:

Hier bietet sich die weithin bekannte Definition von Otto Kade an, die als eine der ersten Definitionen immer noch von größter Relevanz ist. Kade prägte auch den Überbegriff für Übersetzen und Dolmetschen – Translation – welcher in dieser Definition verwendet wird. (vgl. Baranowski 2009:7)

Unter Dolmetschen verstehen wir die Translation eines einmalig (in der Regel mündlich) dargebotenen Textes der Ausgangssprache in einen nur bedingt kontrollierbaren und infolge Zeitmangels kaum korrigierbaren Text der Zielsprache. (Kade 1968:35)

Diese Definition hat ihre Allgemeingültigkeit auch mehr als 40 Jahre später nicht eingebüßt, weil sie so abgefasst ist, dass auch nicht mündliche Dolmetschformen, wie das Gebärdensprachdolmetschen, von ihr abgedeckt werden. Vielmehr konzentriert sich Kade auf den Basisablauf des Dolmetschvorganges, auf dessen wichtigste Merkmale: den Zeitmangel und die lediglich einmalige Darbringung des Ausgangstextes. (vgl. Pöchhacker 2004:10)

Der Konferenzdolmetscher

Für diese Berufsbezeichnung gibt es keine allgemeingültige Definition, da auf dem Gebiet der Translationswissenschaft diesbezüglich bis heute keine Einigkeit herrscht. (vgl. Feldweg 1996:23f) Am häufigsten gebraucht wird die Arbeitsdefinition des Internationalen Dolmetscherverbandes AIIC (Association Internationale des Interprètes de Conférence), die im Jahr 1984 geschaffen wurde:

Ein Konferenzdolmetscher zeichnet sich also durch seinen Einsatzbereich, der von Pöchhacker genauer beschrieben wird: „[…] virtually any field of activity involving coordination and exchange across linguistic boundaries.“ (Pöchhacker 2004:16), sowie seine Arbeitsweise aus. Zu den in der Definition genannten Dolmetscharten Simultan- und Konsekutivdolmetschen, könnte beispielsweise noch das Flüsterdolmetschen (chuchotage) hinzugefügt werden. (vgl. Feldweg 1996:28)

Übersetzen

Klingt einfach, ist es aber nicht. Hier geht es um die Übertragung eines schriftlich festgehaltenen Texts in eine andere Sprache. Wichtig dabei ist es, die perfekte Balance zwischen Detailverliebtheit und Schnelligkeit zu finden – es gibt bei jeder Übersetzung so viele Versionen wie Übersetzer und es ist möglich, unendlich an einem übersetzen Text „herumzudoktern“ um zum perfekten Ergebnis zu kommen. Die nötige Schnelligkeit und Entscheidungsfreude hängt oft vom Erfahrungsschatz des Übersetzers ab. Etwaige Änderungen um die für den Kunden ideal Lösung zu finden, sind natürlich immer möglich.

Hier die „offizielle“ Definition:

Wir verstehen unter Übersetzen die Translation eines fixierten und demzufolge permanent dargebotenen bzw. beliebig oft wiederholbaren Textes in der Ausgangssprache in einen jederzeit kontrollierbaren und wiederholt korrigierbaren Text der Zielsprache.

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